 FrühtherapieFür autistische Kleinkinder zwischen ca. 1 ½ und 4 Jahren stellen wir ein intensives Frühtherapieangebot zur Verfügung. Hierbei gehen wir von den besonderen Bedürfnissen und Problemen der autistischen Kleinkinder aus und orientieren uns in hohem Maße an dem erheblichen Beratungsbedarf ihrer Eltern. Die Kinder erhalten üblicherweise 6 Therapiestunden pro Woche, die eine Anleitung und Beratung der Eltern mit einschließen. Die Fördereinheiten finden in der Regel im Therapiezentrum statt und werden abwechselnd von zwei unterschiedlichen Therapeutinnen durchgeführt. Diese sprechen sich regelmäßig bezüglich der Inhalte und Ziele ab, um eine bestmögliche Förderung zu erreichen. Die besonderen Bedürfnisse und Probleme autistischer Kleinkinder- Die Wahrnehmungsbeeinträchtigungen der autistischen Kleinkinder sind meist erheblich.
- Es droht eine Manifestierung der autistischen, stereotypen Verhaltensweisen und damit ein Rückzug in die eigene Welt. Manchmal kommt es zu aggressiven oder selbst verletzenden Verhaltensweisen.
- Kommunikative bzw. interaktive Fähigkeiten sind stark eingeschränkt und es entstehen Probleme in der Beziehung zwischen Kind und Eltern.
- Es sind deutliche Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion zu beobachten.
- Es existieren häufig Fütter- oder Essstörungen sowie Schlafprobleme. Die Kinder benötigen sehr viel mehr Unterstützung bei der Selbstständigkeitsentwicklung, hier ist auch eine intensive Anleitung der Eltern erforderlich.
- Es ist wichtig die individuellen Stärken und Schwächen des Kindes zu erkennen und dementsprechend therapeutisch zu arbeiten.
Ziele einer autismusspezifischen Frühtherapie- Kommunikationsaufbau
- Imitationstraining
- Beziehungsaufbau
- Erweiterung des Spielverhaltens
- Interaktionsverbesserung
- Wahrnehmungsförderung
- Abbau von Verhaltensproblemen wie Selbstverletzende Verhaltensweisen, Ängstlichkeit, Aggressivität
  Einbeziehung des Umfeldes- Anleitung der Eltern
- Bei Bedarf Einbeziehung der Geschwister
- Beratung bei Problemen
- Hausbesuche, Videotraining
- Zusammenarbeit mit anderen Therapeuten, Kindergärten etc.
Mögliche Themen für die Beratungsarbeit- Anleitung bei der (häuslichen) Förderung
- Fragen zur Bewältigung des Alltags
- Interaktion zwischen Eltern/Kind und möglichen Geschwistern
- Fütter- und Essstörungen
- Schlafprobleme
- Sauberkeitserziehung
- Selbstständigkeitsförderung
Therapiemethoden- Kommunikative Verfahren (PECS, Gebärdensprache, Kommunikative Sprachtherapie)
- Teacch – Methode
- Verhaltenstherapie
- Elemente aus der Sensorischen Integrationstherapie
- Affolter – Methode
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  Beispiel einer Fördereinheit im ATZMehmet wird aus dem Warteraum abgeholt. Er geht an der Hand der Therapeutin in den Motorikraum. Dort befinden sich auch ein Kindertisch und eine Vielzahl von interessanten Spielzeugen. Nach einer Aufwärmzeit in der Hängematte wird Mehmet an den Tisch geführt. Dort darf er sich ein Spiel aussuchen, das er besonders gern spielt. Er zeigt seine Auswahl durch Anreichen des Fotos von diesem Spiel sowie parallel dazu die „haben“-Gebärde. Beides hat er in der vergangenen Zeit in der Therapie gelernt. Als das Spiel mit der Kugelbahn beendet ist, sucht sich die Therapeutin ein Lottospiel aus, bei dem Mehmet Bilder den entsprechenden Vorlagen zuordnen soll. Das fällt ihm noch schwer, deshalb muss er nur auf drei Vorlagen das richtige Bild legen; die Vorlagen wurden entsprechend präpariert. Als Mehmet mit großer Anstrengung alles geschafft hat, sucht er sich mit Hilfe der Fotos als Belohnung einen Schluck Kakao aus, welchen er so gern mag. Mehmet hat innerhalb der vergangenen sechs Monate gelernt, für eine längere Zeit am Tisch zu sitzen und mitzuspielen, Fotos seinen Bedürfnissen entsprechend auszuwählen und anzureichen („PECS“). Sein Blickkontakt hat sich verbessert, gelegentlich zeigt er soziales Lächeln. Sein stereotypes Verhalten hat sich in der letzten Zeit merklich reduziert. Er zeigt inzwischen viel mehr Interesse an Spielzeug, aber auch an Menschen. Seine Eltern sind sehr erleichtert, dass er solche großen Fortschritte gemacht hat. Am meisten wünschen sie sich immer noch, dass Mehmet eines Tages sprechen lernt. Das ist ihr sehnlichster Wunsch! |  |  |  |

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